Was kostet ein Cobot wirklich? Die versteckten Kosten einer Roboterzelle (TCO)
Der Listenpreis des Roboterarms ist die Zahl, die jeder kennt, und die in die Irre führt. Der Arm ist oft nur 30 bis 50 Prozent der Gesamtkosten. Hier die ehrliche Aufstellung, was eine einsatzfähige Zelle wirklich kostet.
Die häufigste Enttäuschung bei Cobot-Projekten beginnt mit einer Zahl: dem Listenpreis des Arms. Wer mit dieser Zahl plant, plant falsch. Der Arm ist das Sichtbarste, aber selten das Teuerste an einer funktionierenden Zelle.
Der Arm ist nur ein Teil der Rechnung
Eine verbreitete Faustregel aus der Branche lautet: Der reine Roboterkörper macht oft nur 30 bis 50 Prozent der Gesamtkosten einer einsatzfähigen Zelle aus. Der Rest steckt in allem, was den Arm überhaupt produktiv macht. Wer nur den Arm budgetiert, unterschätzt die Investition fast zwangsläufig um den Faktor zwei.
Die Posten einer Cobot-Zelle, ehrlich aufgeschlüsselt
| Kostenblock | Was dahintersteckt | Anteil (grob) |
|---|---|---|
| Roboterarm | Der kollaborative Arm selbst, je nach Traglast und Reichweite | 30 bis 50 % |
| Greifer / End-of-Arm-Tooling | Das Werkzeug am Armende, oft anwendungsspezifisch konstruiert | 10 bis 25 % |
| Sicherheitstechnik | Scanner, Schutzkonzept, Risikobeurteilung, CE-Konformität | 5 bis 15 % |
| Integration & Engineering | Aufbau, Programmierung, Anbindung an Ihre Anlage, Inbetriebnahme | 20 bis 35 % |
| Peripherie | Zuführung, Förderband, Vorrichtungen, Untergestell | variabel |
| Schulung | Damit Ihre Leute die Zelle selbst bedienen und umrüsten können | klein, aber wichtig |
Größenordnungen für den DACH-Mittelstand
Als grobe Orientierung: Der reine Arm bewegt sich häufig im Bereich von etwa 20.000 bis 50.000 Euro. Eine komplette, einsatzfähige Zelle landet je nach Komplexität meist zwischen rund 50.000 und 150.000 Euro. Eine einfache Palettierzelle liegt eher am unteren Ende, eine integrierte Lösung mit anspruchsvollem Greifen und enger Maschinenanbindung am oberen.
Total Cost of Ownership: über die ganze Nutzungsdauer denken
Die Anschaffung ist der größte, aber nicht der einzige Posten. Rechnen Sie über die Nutzungsdauer (oft fünf bis zehn Jahre) auch ein:
- Wartung und Ersatzteile, etwa Greiferbacken oder Verschleißteile,
- Umprogrammierung bei neuen Produkten oder Varianten,
- Energie (bei Cobots gering),
- Schulung neuer Mitarbeiter über die Jahre.
Diese laufenden Kosten sind bei Cobots moderat, gehören aber in eine ehrliche Rechnung. Auf der Habenseite stehen ihnen Einsparungen gegenüber: Personalkosten in der Zielstation, weniger Ausschuss, Entlastung bei körperlich belastenden Tätigkeiten und planbare Kapazität auch in schwer zu besetzenden Schichten.
Die Lehre
Budgetieren Sie nie nur den Arm. Rechnen Sie mit der kompletten Zelle und der Nutzungsdauer. Und machen Sie Angebote vergleichbar, indem Sie vorab klar beschreiben, was die Zelle leisten soll. Ohne diese Spezifikation vergleichen Sie Äpfel mit Birnen.
Warum eine klare Anforderung Geld spart
Zwei Angebote für „denselben" Prozess können weit auseinanderliegen, nicht weil ein Anbieter überteuert ist, sondern weil beide stillschweigend etwas anderes annehmen. Eine saubere Anforderungsbeschreibung (Was, wie oft, wie schwer, wie genau, in welcher Umgebung) ist das wirksamste Mittel gegen böse Überraschungen. Genau dabei setzt Robofolio an: Wir strukturieren den Anwendungsfall, bevor er an Integratoren geht, damit Sie vergleichbare und realistische Angebote bekommen.
Häufige Fragen
Was kostet ein Cobot-Arm allein?
Der reine kollaborative Roboterarm liegt im DACH-Markt je nach Traglast und Reichweite grob im Bereich von etwa 20.000 bis 50.000 Euro. Das ist aber nur ein Teil der Rechnung, denn ohne Greifer, Sicherheit und Integration ist der Arm nicht produktiv.
Was kostet eine komplette Cobot-Zelle?
Eine einsatzfähige Zelle inklusive Greifer, Peripherie, Sicherheitstechnik und Integration liegt häufig im Bereich von rund 50.000 bis 150.000 Euro, je nach Komplexität. Der Roboterarm selbst macht davon oft nur 30 bis 50 Prozent aus.
Welche laufenden Kosten kommen dazu?
Über die Nutzungsdauer fallen Wartung, Ersatzteile (etwa Greiferbacken), gelegentliche Umprogrammierung bei Produktwechseln und Schulung an. Diese Posten sind moderat, sollten aber in der Wirtschaftlichkeitsrechnung stehen.
Warum sind die Angebote so unterschiedlich?
Weil eine Automatisierungslösung kein Katalogprodukt ist, sondern eine maßgeschneiderte Lösung. Unterschiede in Greifer, Sicherheitskonzept und Integrationstiefe erklären, warum zwei Angebote für scheinbar denselben Prozess weit auseinanderliegen können. Eine klare Anforderungsbeschreibung macht Angebote erst vergleichbar.
Alle Preisspannen sind Richtwerte für den DACH-Markt zur groben Orientierung. Der tatsächliche Preis hängt stark von Anwendung, Greifer, Integrationstiefe und Stückzahl ab. Belastbare Zahlen liefert nur ein Angebot auf Basis Ihres konkreten Prozesses.